Haben Sie das auch schon bemerkt? Da schauen Sie auf Amazon nach einem Geschenk für die Liebsten, einer neuen Kamera oder sonstigem, und sofort erscheint dieses Produkt auf allen möglichen Webseiten. Sie fühlen sich davon verfolgt. Das ist personalisierte Werbung. Wenn Sie im Internet unterwegs sind, werden Ihre Daten gesammelt. Nach und nach wird ein Profil von Ihnen erstellt, damit die Werbung bestmöglichst zu Ihren (angeblichen) Interessen passt.

 

Muss das sein? Muss das Kinderspielzeug, das ich als Geschenk gekauft habe, mich noch tagelang auf all meinen Geräten – Smartphone, Laptop und Tablet – verfolgen? Ich habe mich doch schon dafür entschieden. Oder der Flug nach New York, den ich mir gerade nicht leisten kann, auch wenn er in der Werbung nun “ach so günstig” ist? Das macht mein Fernweh nicht besser, sondern erinnert mich jeden Tag aufs Neue daran: Ich sitze hier fest. Besonders nervig ist es, wenn Sie etwas gekauft haben und später dasselbe Produkt für einen besseren Preis angeboten bekommen. Tut mir leid, zwei Autos brauche ich nicht, eins reicht.

Personalisierte Werbung und der Datenschutz

Und der Datenschutz… der wird von den Unternehmen zwar groß angepriesen, aber Daten sind die neue Währung im Internet. Nie zuvor wussten die Anbieter so viel über Ihre Kunden wie heute. Geschlecht, Alter, Wohnort, Beruf, aber auch Interessen, Hobbies, Freunde und Vorlieben. Vieles davon gibt der Nutzer im Internet frei. Durch verschiedene Tracking (Verfolgungs-) Methoden, werden diese Informationen zu einem sehr persönlichen Profil zusammengestellt. So anonym, wie es scheint, ist das Internet nicht.

 

Für viele ist personalisierte Werbung ansprechender. Immerhin zeigt sie Ihnen etwas, wofür Sie sich bereits interessiert haben. Sie ist also nicht völlig abwegig. Aber wie sollen Sie Neues entdecken, wenn überall nur die Dinge gezeigt werden, die Sie sich im Internet eh schon angeschaut haben? Dazu kommt das unheimliche Gefühl, im Internet stets beobachtet zu werden.
Was für die Werbetreibenden eine Goldgrube sein kann, hinterlässt beim Verbraucher einen faden Beigeschmack. Kein Wunder also, dass es immer mehr Apps und Anbieter gibt, die versuchen den Nutzer vor Tracking zu schützen. Der Bayerische Rundfunk (br) hat eine Liste zusammengestellt, wie Sie anonymer surfen können. Eine kleine Abhilfe schafft es schon, wenn Sie verschiedene Browser nutzen. Einen zum Einkaufen, Suchen und Ähnlichem, und einen anderen für die sozialen Netzwerke.

(kp)

 

 


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