Das Internet ermöglicht uns einen immer schnelleren Zugriff auf Informationen. Vor allem der Kurznachrichtendienst Twitter hat sich insbesondere bei Großlagen wie beispielsweise Terroranschlägen bewährt. Während die Journalisten noch auf dem Weg zum Ort des Geschehens sind, trudeln über diese Dienste oft schon die ersten Videos von Augenzeugen ein. Nur wenige Minuten nach der Katastrophe oder in manchen Fällen sogar während sich die Katastrophe ereignet, erhält die Öffentlichkeit schon Informationen aus erster Hand.

Allerdings geraten so auch Informationen ungeprüft an die Öffentlichkeit. Ihr Wahrheitsgehalt lässt sich nicht immer sofort bestimmen. Die Gefahr, dass solche Meldungen auf falschen Informationen basieren und es sich dabei um sogenannte Fake News handelt, ist groß.

In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, warum Fake News so gefährlich sind und was Sie tun können, um Falschmeldungen nicht auf den Leim zu gehen.

Das versteht man unter Fake News

In den meisten Fällen sind Fake News absichtlich veröffentlichte Falschmeldungen, die hauptsächlich über das Internet verbreitet werden. Oft geschieht das viral, da sie vor allem über soziale Kanäle, wie WhatsApp, Facebook oder Twitter geteilt werden. Durch diese virale Verbreitung können Fake News riesige Reichweiten erzielen. Teilweise werden sie sogar von einschlägigen Journalisten und Medien aufgegriffen und so noch weiterverbreitet.

Ein populäres Beispiel für eine solche Falschmeldung ist das Selfie des syrischen Flüchtlings Anas M. mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Unbekannte hatten das Bild mehrfach neben das Fahndungsfoto von Terroristen montiert und mit den Worten „Dumm, dümmer Angela: Hat Merkel ein Selfie mit einem der Brüssel-Terroristen gemacht?“ kommentiert. Sie hatten so den Anschein erweckt, Anas M. sei ein gesuchter Terrorist und stünde in Verbindung zu den Anschlägen in Brüssel 2016. Eine falsche Behauptung. Dennoch ist dieser Post hundertfach bei Facebook geteilt worden.

Doch es gibt auch noch eine andere, harmlose Form von Fake News. Die Satire-Website „Der Postillon“ veröffentlicht Beiträge, die wie Artikel und Agenturmeldungen aufgemacht, aber ganz klar nicht ernst zu nehmen sind.

Hier sollte jedem Leser klar sein, dass es sich bei diesen Meldungen um Fake News handelt. Eine Verwechslung mit echten Fakten ist hier nahezu ausgeschlossen.

Hier ein paar Beispiel-Schlagzeilen aus dem Postillon:

„Schluss mit 6 bis 99!: Über-100-Jährige demonstrieren gegen Spielverbot“ (Der Postillon vom 07.Mai 2017)

„Nicht jeder Soldat ist ein Nazi: Syrischer Flüchtling warnt Deutsche vor Pauschalisierung“ (Der Postillon vom 04. Mai 2017)

„Studie: Blinken vor dem Abbiegen verdirbt anderen Verkehrsteilnehmern die Überraschung“ (Der Postillon vom 19. April 2017)

Darum sind Fake News ein Problem

Bei einer Umfrage von Bitkom 2015 gaben 46 Prozent der befragten Internetnutzer an, dass sie hauptsächlich Facebook als Nachrichtenquelle heranziehen. Dicht gefolgt von Xing mit 31 Prozent und Twitter mit 30 Prozent. Doch genau hier ist die Gefahr am größten auf Falschmeldungen zu stoßen.

Problematisch sind Fake News nicht nur, weil ihre Inhalte zum Teil oder sogar ganz frei erfunden sind. Meistens verfolgen die Urheber solcher Meldungen einen ganz bestimmten Zweck. In vielen Fällen geht es ihnen dabei nämlich schlicht und einfach um Stimmungsmache.

So sollen zum Beispiel Falschmeldungen über Gewalttaten, die von Ausländern oder Flüchtlingen begangen werden, ein ganz bestimmtes Bild dieser Personengruppe zeichnen. Vermutungen und Meinungen werden hier als Tatsachen verkauft und über sozialen Kanäle weiterverbreitet. So werden enorme Reichweiten erzielt und die Zahl der Menschen, die durch diese vermeintlichen Nachrichten desinformiert werden, potenziert sich im Sekundentakt. Irgendwann ist es dann völlig egal, ob diese Meldung auf falschen oder richtigen Tatsachen beruht. Frei nach dem Motto: Was alle behaupten, kann ja gar nicht falsch sein, wird sie von vielen arglos geteilt.

Selbst, wenn solche Falschmeldungen aufgeklärt und richtiggestellt werden, ist es fraglich, ob diese Richtigstellung genauso viele Menschen erreicht wie die ursprüngliche Falschnachricht. Denn oft sind die Menschen in sozialen Netzwerken in solchen Fällen nicht mehr so teilungswütig.

Auch wenn die Ursprungsmeldung wie im Fall Anas M. gelöscht wird, verschwindet sie nie ganz aus dem Internet. Denn einmal geteilt, finden Sie die Meldung auch noch nach Jahren im Netz wieder. Es ist also denkbar, dass Menschen in zwei Jahren auf diese „Schlagzeile“ stoßen und davon überzeugt sind, Anas M. sei ein Terrorist und habe bei den Anschlägen in Brüssel mitgewirkt.

Es gibt auch den Verdacht, dass solche Falschmeldungen den Ausgang der Präsidentschaftswahl in den USA im vergangenen Jahr beeinflusst haben. Durch das gezielte Streuen von Falschinformationen seien Wähler teilweise davon abgehalten worden, ihre Stimme abzugeben, so der Vorwurf. Auch in Deutschland wächst derzeit die Sorge, dass Fake News die Bundestagswahl beeinflussen könnten. Ob diese Sorgen nun berechtigt sind oder nicht, sicher ist: Fake News können einen riesigen Schaden anrichten und Sie sollten ihre Wirkung deshalb nicht unterschätzen oder sie auf die leichte Schulter nehmen.

Fake News erkennen

Grundsätzlich ist es wichtig, dass Sie jede Schlagzeile kritisch lesen. Als Erstes sollten Sie immer die Quelle der Meldung überprüfen. Stammt diese Meldung von einer einschlägigen Nachrichtenseite oder ist Ihnen die Quelle unbekannt? Seien Sie stets kritisch und fragen Sie sich, ob Sie dem Urheber dieser Nachricht wirklich vertrauen können.

Sie sollten auch darauf achten, ob in einer Meldung eine ungeheuerliche oder grob vereinfachende Behauptung aufgestellt wird.

Bleibt der Urheber eher schwammig, wenn er seine Quellen nennt oder verweist er auf angebliche Experten, die er namentlich nicht nennt, sollten Sie sehr vorsichtig mit dieser Nachricht umgehen und ihren Wahrheitsgehalt in Frage stellen.

Besonders hellhörig sollten Sie bei sehr reißerischen Überschriften werden. Facebook rät in seinem Leitfaden gegen Fake News auch dazu, auf Überschriften mit Großbuchstaben und Ausrufezeichen zu achten. Ist eine Meldung so aufgebaut, könnte es sich um eine Falschmeldung handeln.

Vorsichtig sollten Sie auch sein, wenn sich eine Meldung ausschließlich über soziale Netzwerke und Medien verbreitet, Sie aber keine weiteren Medienberichte zu diesem Thema finden können. Wie oben schon erwähnt, kann es zwar passieren, dass Falschmeldungen auch von einschlägigen Medien aufgegriffen und als wahr ausgegeben werden, doch in den meisten Fällen verbreiten sich Fake News hauptsächlich über soziale Netzwerke.

Wenn Ihnen etwas komisch vorkommt, sollten Sie immer selbst recherchieren und prüfen, wie wasserdicht und belegt eine Meldung wirklich ist.

Fake News stoppen

Haben Sie eine Meldung als Falschmeldung enttarnt, können Sie dabei helfen, ihre Verbreitung einzuschränken. Machen Sie diese Meldung als Falschmeldung kenntlich. Dies können Sie beispielsweise über die Kommentarfunktion bei Facebook tun.

Informieren Sie auch Ihre Kontakte, die diese Nachricht eventuell schon weitergeleitet haben, dass es sich dabei um eine Falschmeldung handelt. Bei Facebook haben Sie außerdem die Möglichkeit, einen Beitrag als Falschmeldung zu kennzeichnen.

Facebook Menu Beitrag melden

Foto: Sarah Ricklefs

Hierzu klicken Sie auf das kleine Häkchen direkt neben dem Facebook-Beitrag. Es öffnet sich ein Menü mit dem Menüpunkt „Beitrag melden“.

 

Facebook Menu Beitrag als Fake News kennzeichnen

Foto: Sarah Ricklefs

Wenn sie diesen anklicken öffnet sich ein weiteres Menü, in dem Sie den Grund angeben können, warum Sie den Beitrag problematisch finden. Klicken Sie auf den Menüpunkt „Dies ist eine Falschmeldung“.

Der Facebook-Support wird diesen Beitrag dann überprüfen und sich im Laufe des Tages bei Ihnen melden, um Ihnen das Ergebnis der Überprüfung mitzuteilen.

Bleiben Sie aufmerksam, wenn Sie in sozialen Netzwerken wie Facebook unterwegs sind und zögern Sie nicht, Falschmeldungen auch als solche kenntlich zu machen.


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