Es ist der 9. Dezember 1968 auf einer Konferenz in San Francisco. Douglas C. Engelbart hält seine Erfindung, einen kleinen Kasten aus Holz, in der Hand. Mehr als 1.000 Augenpaare führender Computer-Wissenschaftler sind auf ihn gerichtet, als er sein Gerät demonstriert.

Er spricht langsam und monoton, doch sein Publikum applaudiert begeistert, als er mit seinem Holzkästchen einen riesigen Computer steuert. An diesem Tag geht Doug Engelbart als Erfinder der Computermaus in die Technikgeschichte ein.

Mit seiner Computermaus – oder offiziell X-Y-Positions-Anzeiger für Bildschirmsysteme – wird Engelbart die Welt verändern. Seine Erfindung ist eine der Voraussetzungen für die digitale Revolution und das World Wide Web als Massenphänomen.

Engelbart bekam den Ruhm – reich wurden andere

Er hat das US-Patent für die Computermaus. Aber er kann keinen Profit daraus ziehen. Und das, während Technologie-Pioniere wie Bill Gates und Steve Jobs Milliarden mit der Massenvermarktung dieser Erfindung verdienen. Allein der Computermaus-Hersteller Logitech liefert bereits im Dezember 2008 seine milliardste Computermaus aus.

Engelbart ist als Erfinder ein Internet-Visionär. Die von ihm entwickelte Technologie ist ihrer Zeit weit voraus. Und genau das ist das Problem. Damals sind Computer sündhaft teuer, füllen ganze Räume und erreichen dennoch weniger Rechenleistung als die Handys unserer Zeit. Deshalb können sich Unternehmen die dazu erforderliche teure Hardware einfach nicht leisten.

Erst 1984 mit dem Apple Macintosh wird die erste Computermaus entwickelt, die in Massen produziert werden kann und der Maus den Weg zum Erfolg bereitet. So wird das kleine Kästchen erst populär, als das Patent von Engelbart ausläuft. Das habe ihn nie gestört, sagt er einmal den San Jose Mercury News. Aber: „Wenn das ein Nebenprodukt gewesen wäre, wäre es natürlich nett gewesen.“

Doug Engelbart jung und alt

Foto: Flickr (CC0 1.0)

Gesten der Dankbarkeit

Engelbart geniesst Gastrecht für seine Büroräume im Firmengebäude von Logitech und braucht keine Miete zu zahlen. Dort brütet er bis ins hohe Alter über neuen Ideen. Logitech-Chef Daniel Borel dankt so dem Maus-Erfinder, weil er aufgrund des abgelaufenen Patentes nie Lizenzgebühren zahlen musste. Die Firma Apple soll eine der wenigen Firmen sein, die Engelbart einige Dollars haben zukommen lassen.

Insgesamt reicht Engelbart in seiner Karriere 21 Patente ein. Im Jahr 2000 erhält er die National Medal of Technology – die höchste Auszeichnung der Vereinigten Staaten für technische Errungenschaften.

Douglas C. Engelbart stirbt am 2. Juli 2013 im Alter von 88 Jahren in Kalifornien. Er hinterlässt eine Frau und vier Kinder. Die von Millionen
Menschen geschätzte Computermaus ist sein Vermächtnis.

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Kategorien: Porträts

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Douglas C. Engelbart”

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